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Die 2000 Jahre alte Geschichte von Sillens

 

Um Christi Geburt gründeten sächsische Chauken auf erhöhten Uferwällen an der Butjadinger Nordseeküste Flachsiedlungen, so auch in Sillens. Die satten Weidegründe der Salzwiesen und der Fischreichtum der Nordseeküste sowie die Möglichkeiten des Seehandels ließen sie sesshaft werden. Doch schon bald mussten sie den Baugrund ihrer Wohnstätten erhöhen, um sich gegen die immer höher auflaufenden Fluten der Nordsee zu schützen. So wuchs innerhalb von 150 Jahren aus einer großen Anzahl von stattlichen Hauswurten die Dorfwurt von Sillens als eine der größten Dorfwurten in Butjadingen zusammen. Da sie auf eine Höhe von 4,30 m über NN gebracht wurde, bedeutete dies einen Bodenauftrag von 3,90 m über dem gewachsenen Boden. Das Erdreich für die Erhöhung der Wurt entnahmen sie der näheren Umgebung oder sie verwendeten hierfür den Stallmist. Der Anteil von Mist am Wurtenbau beträgt rund ein Drittel des Volumens. Wenn man berücksichtigt, dass die Sillenser Dortwurt im Jahre 150 n. Chr. einen Durchmesser von rund 250 m hatte, bedeutet dies, dass innerhalb von rund 150 Jahren ca. 135.000 m³ Boden aufgetragen wurden. Dies entspricht einer Anzahl von etwa 1,1 Millionen Schubkarren! Trotz dieser immensen geleisteten Arbeit verließen die Chauken Sillens und die anderen Wurten der inneren Wurtenkette wie Hollwarden und Isens ungefähr um das Jahr 150 n. Chr. und siedelten sich auf dem inzwischen neu entstandenen, weiter draußen gelegenen Uferwall der Nordseeküste neu an. Dort errichteten sie in gleicher Fleißarbeit im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. die äußere Butjadinger Wurtenkette. Es entstanden die Orte Seeverns, Tossens, Ruhwarden und Langwarden. Der Grund für diese Umsiedlung ist nicht bekannt. Es ist aber zu vermuten, dass die Versumpfung des Kulturlandes hinter der äußeren Wurtenkette und der bessere Zugang zur See hierfür die Gründe waren. Um das Jahr 500 n. Chr. verließen die Chauken, erfasst von der allgemeinen Unruhe der Völkerwanderung und sicherlich auch ermüdet vom ständigen Kampf gegen die immer höher auflaufenden Fluten der Nordsee das Butjadinger Land. Sie zogen mit anderen sächsischen Stämmen nach Großbritannien. Die Dorfwurt Sillens war somit in den Jahren 200 bis 600 n. Chr., also rund 400 Jahre, unbewohnt.

Um das Jahr 600 n. Chr. nahmen die in Richtung Osten wandernden Friesen von den Niederlanden aus die Nordseeküste bis hinauf nach Holstein (heute Nordfriesland) in Besitz. Sie richteten sich auch in Sillens auf der von den Chauken hinterlassenen Dorfwurt ein, die sie bis zum Jahre 1000 n. Chr. noch einmal um 0,5 m auf 4,9 m über NN erhöhten und im Durchmesser auf rund 300 m brachten. Damit wuchs der Inhalt der Dortwurt auf rd. 230.000 m³. Sie brachten aber auch eine neue Methode zum Schutz gegen die Fluten der Nordsee mit: den Deichbau. Dabei ging es zunächst nicht um den Bau von durchgehenden Seedeichen, vielmehr entstanden kleinere regionale Deichsysteme. Nach den großen mittelalterlichen Sturmfluten gönnte die Nordsee den Küstenbewohnern eine längere Periode der Ruhe, in der die Butjadinger Friesen es mehr und mehr verstanden, ihren Nutzen aus der neu entstandenen Insellage zu ziehen. Die wieder hergestellten Seedeiche sicherten der Landwirtschaft gute Erträge – auf den Marschenwiesen wuchsen Viehbestände heran, die gleichermaßen den Neid der Nachbarn erweckten und den Stolz der Besitzer wachsen ließen. Der Zugang zur See ermöglichte umfangreichen Handel mit tierischen und handwerklichen Produkten – friesische Tuche waren in ganz Europa begehrt. Von besonderen Reiz dürfte der Handelsweg der Bremer Kaufleute gewesen sein, die sich über die weitverzweigten Weserarme ihren Weg zur Nordsee suchen mussten. So manche „Hilfsaktion“ der Butjadinger Bevölkerung für „gestrandete“ Schiffe fanden dabei nicht das Verständnis der Bremer.

Dem Stolz und der Freiheit der Butjadinger Friesen bereitete schließlich eine große Heerschar unter Führung des Oldenburger Grafen in den Schlachten bei Hartwarden und Langwarden im Jahr 1514 ein Ende. Der friesische Freiheitsruf „Eala Frya Fresena“ – Heil Dir freier Friese – war in Butjadingen für alle Zeiten verstummt. Eine wechselvolle Geschichte brachte Butjadingen unter oldenburgische, braunschweigische, dänische, französische, die östlichen Gebiete für einige Monate sogar unter russische Herrschaft, bis schließlich – wieder oldenburgisch – der Freistaat Oldenburg 1945 dem Land Niedersachsen eingegliedert wurde.

 Quelle: Touristikgemeinschaft Wesermarsch, Route der Baukultur

 

 

 

 

 

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